Leitartikel Pfarrbrief 20

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Fr 8. Nov 2019
Wolfgang Türlings

Liebe Gemeinden in Born, Bracht und Brüggen!

Wie könnte der heutige Pfarrbrief überschrieben werden? Mit welchen Begriffen könnte man die Zeit in unserer Kirche global aber auch hier bei uns in BBB beschreiben?

Zeitenwende?   Neuausrichtung?   Aufbruch?   Niedergang?

Manchem von uns fielen sicher noch andere Begriffe ein. Aber es ist schon richtig, es ist eine Zeit der Veränderung auf allen Ebenen, sowohl weltkirchlich als auch ganz regional.

Kommen die „viri probati“, die verheirateten Männer als Priester? Ich würde es mir auch ganz persönlich wünschen. Können wir in unserer Weggemeinschaft mit einem neuen Pfarrer rechnen? Kommen die Frauen zu bisher völlig undenkbaren neuen Ämtern in unserer Kirche? Bleiben uns unsere Pfarrkirchen auch in den kommenden Jahren, auch nach dem großen Veränderungsprozess des Bischofs „Heute bei dir“, erhalten? Wie groß werden die pastoralen Räume in unserem Bistum?

Das sind beileibe natürlich nicht die einzigen Fragen unserer Zeit.

Mitten hinein stellt sich aber doch auch die Frage, nach dem Glauben der die Basis, die Grundlage aller Antworten sein muss. Wiederum ganz persönlich und auf das Ganze hin bezogen. Dazu sind wir alle, jeder für sich und wir alle als Glaubensgemeinschaft gefordert.

Mitten hinein in unsere Zeit der Fragen und dem Warten auf Antworten kommt nun das Bonifatiuswerk mit dem Diasporasonntag am 17. November, feierlich eröffnet im Mainzer Dom am
3. November mit dem Motto „Werde Glaubensstifter“.

Mitten hinein in die Zeit der persönlichen Fragen, die uns sehr berechtigt bedrängen, kommt diese Initiative des Bonifatiuswerkes und will unseren Blick weg von uns selbst, dorthin richten, wo die pastorale Not, eben die Diaspora, noch größer ist als bei uns. Ja, man mag es kaum glauben, aber pastoral gesehen leben wir immer noch ein wenig „auf Wolke sieben“. Auch wenn wir unsere Situation als schlimmer werdend wahrnehmen, war und ist sie doch woanders noch schlimmer.

Nun, vielleicht ist es ja auch ganz gut, wenn wir durch diese Aktion uns noch einmal darüber klarwerden müssen, dass wir uns mit unseren Mitteln und Möglichkeiten einbringen sollen in eine neuwerdende Kirche.

Werde Glaubensstifter“ meint das Weitergeben des Erfülltseins vom eigenen Glauben an den lebendigen Christus an andere Menschen und ja, auch das Helfen durch Wort und Tat, durch unser Beten und Sammeln für andere.

Herzlichst Ihr und Euer

Diakon W. Türlings