Warten – Er-Wartung im Advent

Kerze (c) Pixabay
Mo 25. Nov 2019
Katrin Hollmann

Zugegeben: Warten kann eine ganz schön langweilige Angelegenheit sein. Auf den Bus warten oder auf jemanden, mit dem wir uns verabredet haben. Zeit haben, die unproduktiv ist. Was dann? Was tun mit der Zeit, die nicht verrinnen will, die scheinbar unnütz vergeht?
Vielleicht können wir sie als ein Geschenk sehen, als uns jetzt geschenkte Zeit? Zeit, um mal darüber nachzudenken, was eigentlich los ist in meinem Leben und mit meinen Er-wartungen? Haben wir noch Zeit, um zu warten, um uns einzustimmen auf das, was kommen wird? 
Die Adventszeit ist eine einzige große Warte-Zeit. Wir erwarten die Ankunft. Wir sind in freudiger Erwartung. Oder nicht? Wenn in diesen Tagen die ersten Weihnachtsmärkte aufmachen und die Weihnachtsmusik schon in den Geschäften dudelt, ganz zu schweigen von den Lebkuchen und Schokonikoläusen…
Es wird uns aber wirklich schwer gemacht mit diesem Warten!    
Dabei sagt uns Jesus im Evangelium des 1. Advent: Seid wachsam! Ihr wisst nicht, wann der Herr kommt!  Darum geht es also. Unsere Haltung soll wachsam sein, aufmerksam darauf, wann Jesus denn tatsächlich zu uns kommt. Das kann z.B. an der Bushaltestelle sein: Ich komme ins Gespräch mit einer älteren Dame, die auch wartet und wir sind plötzlich in einer angeregten Unterhaltung, in der sie mir ganz viel von sich erzählt. Ich bin wachsam bei ihr und höre zu…

Nehmen wir in dieser Erwartungszeit doch mal unser Warten ganz intensiv wahr! Lassen wir uns anregen von dem, was auf uns zukommt: die Ankunft des Herrn in unserem Leben. In den Spätschichten im Advent, jeweils mittwochs um 19.30 Uhr in der Borner Kirche, wollen wir  genau darüber nachdenken und uns die Zeit der Erwartung schenken. Herzliche Einladung!

„Adventliche Menschen wagen
persönliche Begegnungen  
um einander zu erinnern, dass das
Wesentliche schon da ist
Sie warten nicht auf große Wunder      
sondern erkennen das Wunderbare
im Alltag.
Adventliche Menschen sehen
 ihre durchkreuzten Wege  
im Licht der Versöhnung,
das aufscheint in allen
Frauen und Männern guten Willens,
die Gott in sich Mensch werden lassen.
Adventliche Menschen gehen
einen Weg in die Tiefe,
zum inneren Ort der Geborgenheit,
wo sie sein dürfen vor aller
Leistung als unverwechselbares
Abbild Gottes.“        

Pierre Stutz


In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine frohe Zeit der Erwartung!            
Katrin Hollmann, Gemeindereferentin