Tagesimpuls 25.05.2020

Ursula Hüsgens Pastoralreferentin, Seelsorgerin Grabeskirche St. Anton, Schwalmtal

Warten auf Gottes Geist. Ich kenne Situationen, die verbrauchen Inspiration. Da fehlt mir Inspiration, geistige, seelische Lebenskraft. Ich sitze „auf dem Trockenen“. Ich bin voller Unruhe.  Ich habe die Verbindung mit meiner inneren Lebensquelle verloren.  
Manches in dieser Zeit der Coronapandemie ist bedrohlich, verstörend, macht Angst und Unruhe.   
Bald ist Pfingsten. Das Fest der Geistkraft, des Heiligen Geistes. Das kann uns aufmerksam, für den Geist Gottes machen, empfangsbereit, damit Gottes Geist bei uns landen kann, damit wir aus dem Heiligen Geist leben. 
„Löscht den Geist nicht aus.“ (1 Thess 5,16) schreibt Paulus. Offensichtlich gibt es die Gefahr, dass der Geist gelöscht ist, dass der  Geist verloren geht und fehlt. 

In einem Lied mit dem Text von Alois Albrecht heißt es: 

Wo dein Geist ist, da ist Freiheit, 
wo dein Geist ist, da ist Weg. 
Wo dein Geist ist, da ist Liebe, 
Wo dein Geist ist, da ist Brot.

Wo dein Geist ist, da ist Wahrheit, 
wo dein Geist ist, da ist Licht,  
Wo dein Geist ist, da ist Frieden, 
Wo dein Geist ist, da ist Wort.

Wo dein Geist ist, da ist Leben, 
Wo dein Geist ist da ist Sinn. 
Wo dein Geist ist, da ist Einheit, 
Wo dein Geist ist, da ist Brot.

Wo dein Geist ist, da ist Freude,
wo dein Geist ist, da ist Wein.
Wo dein Geist ist, da ist Feuer, 
Wo dein Geist ist, da ist Glut.
(Alois Albrecht) 

Wenn der Geist fehlt, muss man ihn neu finden, ihn neu bekommen, empfangen. Ich kenne Momente, die sind wie eine Quelle, die geben mir Inspiration. Lassen mich aufatmen. In dem Wort Inspiration steckt das lateinische Wort für Atem, Geist (spriritus).

Gottes Geist, „ Meine Lebenskraft bringt er zurück, er erquicket meine Seele, er stillt mein Verlangen, er erfüllt meine Sehnsucht“, heißt es in Psalm 23,3 in verschiedenen Übersetzungen.

Das wird hier von Gott als dem guten Hirten gesagt. Es ist auch das, was Gottes Heiliger Geist wirkt. Gottes Geistkraft bringt meine Lebenskraft zurück, sie erquickt meine Seele, sie stillt mein Verlangen und erfüllt meine innerste Sehnsucht. Gottes Geist gibt Geschmack gegen das Schale, Fade, Erstarrte.  Gottes Geist macht lebendig. 
„Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird.“ Das ist das Versprechen, Apg 1,8, in der Lesung von Christi Himmelfahrt. 
In den darauf folgenden Versen beschreibt Lukas in der Apostelgeschichte das Bild der Zwischenzeit bis Pfingsten:  Maria und die Frauen inmitten der Jünger. Maria, eine starke Frau, die Ruhe ausstrahlt, Orientierung, voller Weisheit. Warten. Geduld. Langer Atem.  

Sie verharrten einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und Maria der Mutter Jesu… 
(Apg 1,14)

Zur Ruhe zurückkehren, zum Gebet. Warten auf den Geist. Sich öffnen für den Geist. Warten auf die heilige Geistkraft Gottes, Gottes guten Geist. 
„Sende uns die Kraft von oben den Heiligen Geist“ (heutiges Tagesgebet)
Wenn ich auf dem Trockenen sitze, wenn ich unruhig bin, nach neuer Orientierung suche, wenn der Geist fehlt, in Zeiten des Wartens und Suchens nach Inspiration, dem Geist, der leben lässt, möchte ich mich einreihen und mit Maria und den Jüngern und Jüngerinnen auf Gottes Geist warten, mich öffnen. Atmen in Ruhe. Stille und Schweigen suchen. Beten, hören und reden.  Da helfen mir auch die Verse der Pfingstsequenz, die im Mittelalter entstanden sind. Sie sind für mich auch heute immer wieder aktuell. Einige davon heißen:  
Komm Heiliger Geist…. 
Komm, der jedes Herz erhellt…
In der Unrast schenkst du Ruh…
spendest Trost in Leid und Tod… 
Ohne dein lebendig Wehn kann im Menschen nichts bestehn… 
Komm o du glückselig Licht, fülle Herz und Angesicht… 
Dürrem gieße Leben ein….
heile du, wo Krankheit quält….
Löse, was in sich erstarrt……

(Ursula Hüsgens Pastoralreferentin, Seelsorgerin Grabeskirche St. Anton, Schwalmtal) 

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