Leuchtturm sein ...

Leuchtturm 2020-06 (c) Weggemeinschaft BBB
Di 23. Jun 2020
Beate Schmitz

Hier stehe ich. Ich kann nicht anders.
Ich bin der Leuchtturm.
Fest gegründet, auf Fels gebaut.
Nichts kann mir etwas anhaben.
Im tosenden Sturm, im rauen Wetter:
Immer halte ich die Stellung.
Bin da für andere.
Halte Wacht.
Bin Orientierung.
Hilfe in der Not.
Meine Überzeugungen sind fest.
Ich stehe dazu,
unverrückbar.
Ich bin der Leuchtturm.

 

Ach, wenn‘s nur so wäre. Wenigstens manchmal. Stattdessen fühle ich mich hin- und hergerissen von den Meldungen, den Meinungen, den Fakten, die manchmal gar keine sind und manchmal eben doch und manchmal kommt‘s drauf an, wie man es sieht.

Was ist denn eigentlich noch fest? Worauf kann ich mich gründen?
Worauf kann ich stehen?   
Da wohnt ein Sehnen tief in mir,
Halt zu finden in einer stürmischen Zeit
in einer Welt, die Tag für Tag
unsicherer zu werden scheint.    
Da wohnt ein Sehnen tief in mir
nach mehr
nach Halt  
nach Orientierung      
Wohin kann ich mich wenden?

 

Diese Gedanken haben uns in unserem Gottesdienst am Sonntag, den 21. Juni begleitet. Es ist nicht immer einfach den richtigen Weg zu finden. Manchmal gibt es Irrlichter, die uns in eine Richtung führen, die sich nach einiger Zeit in eine Sackgasse verwandelt. Dann brauchen wir ein neues, helles Licht, das uns heraus führt auf einen besseren Weg. Dieser Leuchtturm kann
uns im Gebet, in der Stille oder in anderen Menschen begegnen. Wir müssen nur die Augen offen halten. Auch wenn wir das Ziel unserer Reise nicht sehen, beginnen wir sie doch mit dem ersten Schritt. Desto weiter wir gehen wird der Sinn und das Ziel doch erkennbarer für uns. Ich wünsche uns allen ein Gottvertrauen, das uns auch in dunklen Stunden das Licht am Ende des Weges erkennen lässt.

Beate Schmitz