Marius wurde 70 Jahre

Priesterweihe Marius 1980 (c) Burundi Hilfe eV
Fr 31. Jul 2020

Der in der Gemeinde Brüggen beliebte Pastor Marius Nicoyizigamiye aus Burundi wurde jetzt 70 Jahre alt. Schon früh entschied er sich, seiner Berufung zu folgen und Priester zu werden. Glückliche Umstände ermöglichten es, dass er in Fribourg in der Schweiz sein Studium absolvieren konnte.  

Nachdem Johannes Wolters im Jahr 1976 als Pastor in Bracht tätig wurde, übernahm er gern mit der Pfarre die Patenschaft von Marius und mit vielen Freunden und Gönnern die Kosten des Studiums.

 

Zum Priester geweiht wurde Marius am 20.7.1980 in Bukeye/Burundi. Zu diesem Anlass hatte sich Pastor Wolters mit einer Reisegruppe von 12 Leuten nach Afrika begeben. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung feierte Marius seine Primiz dann in seiner Patengemeinde Bracht am 17.8.1980.

 

Marius stattete dem Niederrhein, trotz vielfältiger Aufgaben als Priester in Muramvya und Kivoga in Burundi, regelmäßig einen Besuch ab – er dankte stets für die große Spendenbereitschaft und berichtet über seine Projekte und Hilfen für seine Landsleute in einem der ärmsten Länder der Erde.

 

1993 kam es in Burundi zu einem erbitterten Bürgerkrieg zwischen Hutus und Tutsis. Der Kontakt zu Marius war völlig abgerissen und Gerüchten zufolge war er Opfer dieses Krieges. Aus diesem Grund wurde für ihn auch in der Brachter Pfarrkirche ein Gedenkgottesdienst gefeiert. Erst später stellte sich heraus, dass Marius sich wochenlang aus Angst vor Überfällen versteckt hielt und kein Lebenszeichen geben konnte.

 

Noch während des Bürgerkrieges konnte Marius im Jahr 2000 die 150. Brachter Wallfahrt nach Kevelaer begleiten. Im Jahr 2005 feierte Marius sein silbernes Priesterjubiläum in Bracht  und bereits ein Jahr später ging ein Herzenswunsch in Erfüllung und er begleitete die Pfarre und Pastor Johannes Wolters auf einer Pilgerreise nach Lourdes.

 

Bereits anlässlich seines Aufenthaltes im Jahr 2005 lud Marius zu einem Besuch nach Burundi ein. Eine Gruppe von Interessenten begann mit vorsichtigen Planungen  – die Reise wurde aber erst im Jahr 2007 realisiert. Den Reiseteilnehmern aus Bracht, Born und Brüggen mit Frank Gellen, Dr.Stefan Dückers, Gerhard Gottwald, Claudia Dömges, Markus Das, Johannes Rölkes, Stefan Peters und Friedhelm Leven war sofort klar, das in Burundi nachhaltig geholfen werden musste. Bereits 2008 ging der Förderverein „Burundi-Hilfe eV“ unter Federführung der genannten Reisegruppe „an den Start“. Nach dem plötzlichen Tod von Johannes Wolters Anfang 2009 sorgte der Verein und viele Brachter Freunde, dass der Kontakt zu Marius aufrecht erhalten blieb.

 

Hilfe für seine Mitmenschen und vor allem Hilfe für Kinder, die durch den Bürgerkrieg zu Waisen wurden, waren eine Herzensangelegenheit von Marius. Mit dem Förderverein „Burundi-Hilfe eV“ plante Marius den Bau eines Waisenhauses in Muramvya und überwachten die Baumaßnahmen. Durch die tolle Spendenbereitschaft konnte zwischenzeitlich das „Johannes-Wolters-Zentrum“ um eine Ausbildungswerkstatt erweitert werden und weitere Projekte in Burundi unterstützt werden.

Bei den Projektreisen des Vereins war Marius immer der erste Ansprechpartner und Wegbegleiter der jeweiligen Reisegruppe.

 

Marius war im Jahr 2017 und 2018 zum priesterlichen Dienst in die Schweiz berufen worden und konnte dort gesundheitliche Probleme auskurieren. Daran schloss sich sein letzter Besuch in Bracht im August 2018 an. Im März diesen Jahres nahm die Vereinsdelegation um Elmar und Hannes Dahlke und Sandra Das eine Videobotschaft mit Grüßen von Marius auf. Diese und weitere, aktuelle Informationen mit und über Marius sollen bei nächster Gelegenheit noch präsentiert werden.

 

Wer Marius gratulieren möchte kann dies gern über den „Burundi-Hilfe eV“ unter der Mail-Adresse kontakt@burundi-hilfe.org tun. Marius wird sich ganz sicher auch über Spenden an den Verein freuen!