Weihnachten? – Weihnachten

figures-5792121_640 (c) Pixabay
Datum:
Do. 17. Dez. 2020
Von:
Johannes Quadflieg Pfarr-Administrator

Jedes Jahr feiern wir Weihnachten. Auch in diesem Jahr. Aber es ist anders. Waren wir in den Jahren zuvor glücklich und frohgestimmt mit unseren Familien und Liebsten zusammen, oder besuchten alle, jeden Tag wen anders, so ist Weihnachten 2020 anders. Die Kontakte reduzieren, möglichst unnötige Besuche meiden und wenn, dann nur aus zwei Haushalten. Kommt da Weihnachtsstimmung auf, wie „Alle Jahre wieder…“? Es ist eher enttäuschend, beängstigend und traurig was wir erleben müssen. Nicht wenige in Quarantäne. Wie kann uns da das Weihnachtsmenü und die köstliche Torte der Mutter schmecken?

Aber was war das für eine Weihnacht vor 2020 Jahren in Betlehem? Maria und Josef hatten ihre Mühe und Not, um nur einen Platz zu finden für die Übernachtung. Menschen, die ihnen halfen, waren dürftig vertreten, so blieb ihnen nur der Stall. Auf sich verwiesen, ohne viel menschliche Nähe, Zärtlichkeit und Nächstenliebe. Sicherlich wird Maria ihrem Josef Mut zugesprochen haben: „Josef, wir schaffen es, Gott ist mit uns!" Allein mit so einer Zusprache werden die beiden sich gegenseitig aufgebaut und ermutigt haben.

Auch als das Kind geboren war, kamen nicht Heerscharen von Menschen. Nur eine Hirtenfamilie sah etwas Unbegreifliches am Firmament und traute sich zu dieser Begegnung. Gott kommt zu den Menschen in ihrer Not und Hilflosigkeit. Maria und Josef erfahren die Geburt ihres Kindes als großes Geschenk Gottes für sich und auch für die Menschheit. Die Hirten, als die ersten und einfachen Menschen trauen ihren Augen nicht, ob des Glanzes dieser (Weih)Nacht. Sie dürfen erfahren was Weihnachten ist und von anderen Nächten unterscheidet. Göttliche Gegenwart und Nähe wird sichtbar. Denen, die sich auf das Kind einlassen, gehen die Augen und das Herz auf. Sie lassen sich beschenken vom Antlitz des unscheinbaren und doch Licht schenkenden Wesens. Die Hirten wie später die drei Könige sind erfüllt von diesem Kind. Sie feiern kein großes Fest, sondern ziehen still und unscheinbar heim in ihr Land. Jedoch erfüllt von der Liebe Gottes zu uns Menschen, dass er, der Gott dieser auch von Krankheiten geplagten Schöpfung, sich der Not der Menschen zuwendet und aufrichtet.

In dieser Weise dürfen auch wir Weihnachten 2020 feiern. Gott schenkt sich uns, in unserer von Corona geplagten Zeit. Er möchte uns sicherlich nicht in die Knie zwingen. Aber er möchte uns in dieser Weihnacht ermutigen, trotz des Schmerzes über fehlende menschliche Nähe in diesen Tagen in unseren Familien nicht zu verzweifeln. Er ist „der Gott mit uns“, der Licht ins Dunkel bringt, der Hoffnung und Zukunft schenkt.

Feiern wir auch in diesem Jahr das Kind in der Krippe, den Immanuel, den Gott mit uns. Lassen wir uns erfüllen vom Licht der Zuwendung Gottes zu einer jeden und einem jeden einzelnen von uns. Feiern wir Weihnachten als das Fest, in dem uns Gott nicht allein lässt, sondern Mut macht, neue Wege in eine gute Zukunft der Liebe und des menschlichen Miteinander zu gehen.

Gesegnete Weihnachten und ein von Gott erfülltes gesundes neues Jahr 2021

Johannes Quadflieg
Pfarr-Administrator